Hannah Kent

Wo drei Flüsse sich kreuzen

Die Australierin Hannah Kent hat mit ”Das Seelenhaus“ einen internationalen Bestsellererfolg gefeiert. Im Interview spricht sie über ihren zweiten historischen Roman ”Wo drei Flüsse sich kreuzen“, der die dramatische Geschichte von drei Frauen im ländlichen Irland beschreibt.

Verlag: Doemer
Seiten: 432
Preis: 10,99 €
ISBN: 9783426306604
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Im Sog des Aberglaubens
Wohin führt Ihr neuer Roman?

”Wo drei Flüsse sich kreuzen“ spielt 1826 im Südwesten Irlands. Nóra Leahy hat in schneller Folge den Verlust ihrer Tochter und den plötzlichen Tod ihres Mannes verkraften müssen und sorgt nun allein für Micheál, das einzige Kind ihrer Tochter. Micheál kann weder laufen noch sprechen, und Nóra fragt sich verzweifelt, was ihm fehlt. Aus Angst, die Dorfgemeinschaft könnte aus seinem seltsamen Gebrechen falsche Schlüsse ziehen, versteckt sie Micheál und stellt eine junge Magd für seine Pflege ein – Mary Clifford, die neu ins Tal kommt. Als jedoch immer mehr unerklärliches Missgeschick die Dörfler plagt, kommen Gerüchte auf, dass Micheál ein ”Wechselbalg“ sein könnte, der Unglück über alle bringen wird. In der Hoffnung, den Jungen heilen zu können, wenden sich Nóra und Mary an die Heilerin Nance. Die üble Nachrede wird immer schlimmer, die drei Frauen verstricken sich immer mehr in Aberglauben und Ritualen und befinden sich bald in großer Gefahr.



Der Roman basiert auf einer wahren Begebenheit?

Vor etwa fünf Jahren, als ich für ”Das Seelenhaus“ recherchierte, entdeckte ich einen faszinierenden Artikel von 1826, der eine Gerichtsverhandlung im County Kerry beschrieb. Anne Roche, ”eine Frau von sehr fortgeschrittenem Alter“, war eines schlimmen Verbrechens angeklagt. Aber es war nicht die Anklage, die mich neugierig machte, es war ihre Verteidigung. Die Frau hatte gesagt, sie könne nicht für das Geschehene verantwortlich gemacht werden, da sie lediglich einen Jungen ”vom Feenvolk befreien“ wollte. Sie habe versucht, einen ”Wechselbalg“ zu vertreiben.



Ihre Romane spielen in Island und Irland. Was fasziniert Sie an den nordischen Schauplätzen?

Beide Länder haben Seele. Wenn man historische Romane schreibt, ist es meines Erachtens wichtig, die Umgebung wie einen eigenen Charakter darzustellen. Das Leben der Menschen war durch Wetter, Jahreszeiten und landschaftliche Gegebenheiten so geprägt, wie wir es mit unserem künstlichen Licht, Heizungen und Klimaanlagen gar nicht mehr kennen. Das versuche ich immer im Gedächtnis zu behalten.



Alles Andersartige, das nicht der Normalität entspricht, wird ver­dammt. Ist das auch heute noch in Dorfgemeinschaften besonders ausgeprägt?

Es gibt im Buch eine Passage, wo Nance denkt: ”Die Menschen haben immer ein bisschen Angst vor dem, was sie nicht kennen.“ Ich glaube, das gilt für die Menschheit im Allgemeinen, nicht nur für ländliche Gegenden und auch nicht nur für vergangene Zeiten. Es ist auch nicht so, dass ausnahmslos jeder das verdammt, wovor er Angst hat, aber viele tun es schon.

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