Die besten Krimis im Dezember

Montag, 02. Dezember 2019 (10:46 Uhr)

Die besten Krimis im Dezember

Auf der letzten Krimibestenliste im Jahr 2019 gibt es einen überraschenden Wechsel an der Spitze. Im Dezember hat Krimi-Altmeister John le Carré den australischen Autor Garry Disher auf Platz 1 ersetzt. Mit nun 88 Jahren zeigt der Brite John le Carré noch einmal, was er kann und steht nun mit „Federball” auf Platz 1 der Krimibestenliste Dezember. Neu auf der Liste sind außerdem die folgenden vier Titel:

„Die Putzhilfe” von Regina Nössler (Konkursbuch) auf Platz 5
„Der Revolver” von Fuminori Nakamura (Diognes) auf Platz 6
„Mein Name ist Robicheaux” von James Lee Burke (Pendragon) auf Platz 7
„Trüb” von Sarah Schulman (Agument Verlag) auf Platz 9

Platz 1: John le Carré - „Federball”


Kaum zu glauben: John le Carré, gerade 88 geworden, vermag immer noch zu fesseln. Und zwar mit folgenden Richtigstellungen: Federball ist kein Roman über das deutsche Straßen-, Wiesen- und Familienspiel Federball, sondern eine Agentengeschichte in 15 Badminton-Partien.
Federball ist auch kein Roman über den Brexit. „Ach, der Brexit-Roman” ist eine Party-Speech-Fehlleistung, die auf der allerschlichtesten Ineinssetzung  von Autoren- und Figuren-Meinung beruht. Einer der Protagonisten ist ein sehr liebenswürdiger Idealist, der ununterbrochen auf Trump und Johnson und den Brexit schimpft. Aber die heiße Story des Romans zeigt, wie man jugendliche Idealisten wunderbar für alle möglichen widerlichen (geheimdienstlichen, d.h. Täuschungs- und Manipulations-) Zwecke missbrauchen kann. 

jetzt kaufenJohn le Carré
Federball

Ullstein, 352 Seiten, geb.
24,- € [D]
ISBN 9783550200540
 
Platz 5: „Die Putzhilfe” von Regina Nössler

Mit ihrem Kriminalroman „Schleierwolken” war Regina Nössler 2018 der Sprung auf die Krimibestenliste gelungen. Darin stand eine Frau im Zentrum, die als Korrektorin arbeitet, obwohl sie ein abgeschlossenes Studium hat. Noch deutlicher unter dem gemeinhin unterstellten sozialen Wert landet eine Mittdreißigerin in „Die Putzhilfe”. Unter clandestinen Verschleierungsmaßnahmen hat sie bei Nacht und Nebel Mann, Spießerhaus und das münsterländische Kaff Senden hinter sich gelassen. In Berlin-Neukölln, unter den sozialen Antipoden, findet sie ein Kellerloch. Ein paar Hunderter ersparen ihr das Vorzeigen des Personalausweises. Als „Marie Weber” – genannt nach der Ehefrau des Vaters der modernen deutschen Soziologie – wird sie mehr oder minder überrumpelt von einer älteren Frau, die ihr im Museum vor die Füße gefallen ist und sie als Putzhilfe anheuert.

jetzt kaufenRegina Nössler
Die Putzhilf
e
Konkursbuch, 350 Seiten, brosch.
12,90 € [D]
ISBN 9783887695958

Platz 6: „Der Revolver” von Fuminori Nakamura


Nach „Der Dieb” und Die Maske ist Der Revolver der dritte Roman von Fuminori Nakamura, den Thomas Eggenberg ins Deutsche übertragen hat – aus dem Japanischen, was nicht unbedingt Usus ist. Der Revolver ist Nakamuras bemerkenswertes Debüt von 2002. Der Student Tōru Nishikawa sieht keinen Sinn im Leben und nichts, was ihn von der Langeweile befreien könnte, bis er neben der Leiche eines Mannes einen Revolver findet. Vermutlich hat sich der Mann selbst getötet, aber es gibt auch Hinweise auf die Yakuza. Doch die stehen nicht im Zentrum, sondern sind nur eine Etappe der Auseinandersetzung zwischen Nishikawa und seinem Revolver. Der verleiht Machtgefühle, wirkt aphrodisisch, erscheint als Symbol amerikanischer Kultur, die die japanische dominiert. Nishikawas Grundgefühl der Langeweile verwandelt sich unter dem Einfluss des Revolvers in einen instabilen, flatterigen Spannungs- und Erregungszustand. Immer stärker wird Nishikawa bewusst, dass auf die „Theorie irgendwann die Praxis folgen musste”. Bis zum abrupten Ende.


jetzt kaufenFuminori Nakamura
Der Revolver

Diognes, 192 Seiten, geb.
22,- € [D]
ISBN 9783257070613


Platz 7: „Mein Name ist Robicheaux” von Jame Lee Burke

„Die Serie um Dave Robicheaux war mein größter Erfolg. Sie hat mir erlaubt, vom Schreiben zu leben. Das gelingt nicht jedem Autor,” sagte James Lee Burke in einem Interview zum Erscheinen seines 21. Romans um den Helden, der 1987 als Detective der Mordkommission von New Orleans startete und schon im zweiten Band Mississippi Delta - Blut in den Bayous  den Dienst quittierte, um fortan als Detective im Sheriffbüro von New Iberia ein Stückchen nordwestlich zu arbeiten. Es ist eine verlegerische Leistung des Bielefelder Pendragon-Verlags, alle 20 bis 2012 erschienenen Bände der Serie neu herauszugeben. Jetzt ist sieben Jahren später mit „Mein Name ist Robicheaux” der 21. Band erschienen, auf den noch ein abschließender letzter folgen wird, mit dem englischen Titel New Iberia Blues.
Fans von James Lee Burke, der am 5. Dezember 83 wird, und Freunde von Dave Robicheaux werden alles, was sie an der Serie schätzen, auch in Mein Name ist Robicheaux wiederfinden: die Landschaftsbeschreibungen, Robicheaux‘ Kampf mit den Dämonen der Erinnerung und des Alkohols, die schnellen Szenewechsel bei gleichbleibendem Erzählsound, Robicheaux‘ Anwesen am Bayou Teche in New Iberia und die Wiederbegegnung mit Robicheaux‘ Adoptivtochter Alafair, seinem impulsiven Freund Clete Purcel und einem neuen Waschbär auf seinem Grundstück.

jetzt kaufenJames Lee Burke
Mein Name ist Robicheaux

Pendragon, 600 Seiten, Paperback
22,- €
ISBN 9783865326584

Platz 9: „Trüb” von Sarah Schulman (Agument Verlag)

Queere Aktivistin, Hochschullehrerin, Filmemacherin, Sachbuchautorin, Krimischriftstellerin -  Sarah Schulman, 1958 in New York City geboren, führt ein engagiertes Leben. Ihre ersten Romane sind in den Neunzigern bei Ariadne erschienen. Berühmt wurde sie mit „After Delores”.
Auf der Krimibestenliste standen eine ganze Reihe von amerikanischen Romanen, die die Finsternisse von Trumps Hinterland ausleuchteten, zuletzt Attica Lockes „Bluebird, Bluebird”. „Trüb” ist nach Jonathan Lethems „Der wilde Detektiv” der erste Roman auf der Liste, der quasi nebenbei die geschlossene Gesellschaft der linksliberalen LGBT-affinen Opposition gegen Trump porträtiert. Der erste Satz lautet: „Alle waren komplett verwirrt, denn der Präsident war ein Irrer.” Darin sind sich alle handelnden Figuren einig. Zum Glück der LeserInnen steht jedoch Maggie Terry, die Expolizistin, im Zentrum, die nach dem Entzug einen Job als Ermittlerin bei einer liberalen Anwaltskanzlei bekommen hat, wo sie sich allmählich zurück ins soziale Leben arbeiten kann.

jetzt kaufenSarah Schulman
Trüb

Argument Verlag, 272 Seiten, geb.
20,- €
ISBN 9783867542418


Die vollständige Krimibestenliste gibt es hier.

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