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Verdrängung des Vorhersehbaren

Verdrängung des Vorhersehbaren

Samstag, 31. August 2019 (14:00 Uhr)

Erik Fosnes Hansens neuer Roman

„Ein Hummerleben”, der neue Roman des internationalen Bestsellerautors Erik Fosnes Hansen, ist eine eindrucksvolle Geschichte über den Niedergang eines Familienunternehmens.

Im Berghotel Fåvnesheim servieren die Zachariassens ihren Gästen gern exquisite Hummer. Die kostbaren Tiere leben in einem großen Aquarium, bevor sie fein zubereitet auf den Tellern der Gourmets landen. Der Enkel des Hoteliers, Sedgewick, genannt Sedd, hat die Hummer genau beobachtet. Sie stecken kleine Reviere ab, sind angriffslustig und ziehen sich wieder zurück. Und trotz ihrer mit Gummiband fixierten Scheren versuchen sie immer wieder, gegeneinander zu kämpfen. Den Schmerzensschrei eines Hummers, den der Koch ins siedende Wasser fallen ließ, sollte Sedd nie vergessen.

Erik Fosnes Hansen (*1965), der als junger Schriftsteller mit seinen Romanen „Falkenturm” (1985) und „Choral am Ende der Reise” (1990) große, internationale Erfolge feierte, verarbeitet in Sedds Geschichte eigene Kindheitserfahrungen aus Norwegen und seine Eindrücke von den Auswirkungen der Finanzkrise 2008 in spanischen Touristenregionen. „Mein Roman erzählt kein typisch norwegisches Phänomen”, erklärt er. „Ich wollte schreibend erforschen, was das Erleben einer Pleite mit Menschen macht. Und es wurde ein Drama, eine Komödie und eine Liebesgeschichte daraus.”

Angesiedelt ist die Geschichte im Norwegen der 1980er-Jahre in einer abgelegenen Bergregion. Fosnes Hansen hat in jungen Jahren, als der Tourismus in den Bergen florierte, oft mit seinem Vater in solchen Gegenden Urlaub gemacht. „Es gab dort etwas versnobbte Familien, die mitten im Nichts ihr Hotel führten, alles war sehr schick, aber auch öde und etwas verzweifelt”, erinnert er sich. Ab dem Ende der 1970er rutschten immer mehr dieser Hotels in die Pleite. Die Norweger begannen, im Sommer in den Süden zu fliegen und das Wintergeschäft mit Skifahrern reichte meist nicht aus, um den Rückgang des Sommereinkommens aufzufangen.

In so einem, etwas in die Jahre gekommenen Berghotel wächst Sedd bei seinen Großeltern auf. Seine liebste Bezugsperson ist der Koch, denn seine Mutter hat die Familie vor Jahren Hals über Kopf verlassen und über seinen Vater wird eisern geschwiegen. In einem Umfeld aus Geheimnissen, Rätseln und Lügen soll Sedd in die Rolle des Hoteliers hineinwachsen. Nur wenige Gäste kommen und gehen, es werden Veranstaltungen geplant und mit einem Mädchen entwickelt sich so etwas wie eine Freundschaft. Aber im Grunde dreht sich alles um die Aufrechterhaltung des Betriebs, der schon lange nicht mehr rund läuft.

Dabei lässt Fosnes Hansen den jungen Sedd als Ich-Erzähler auftreten. Während der mit einer gewissen Naivität von tragischen Ereignissen oder schönen Momenten berichtet, und über die vielen ungeklärten Fragen seines jungen Lebens nachdenkt – „Warum ist eine einzige Tür im Obergeschoss immer fest verschlossen? Warum gibt mir der örtliche Fotoladen keinen Kredit mehr?“ – ahnt der Leser immer mehr, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt. Fosnes Hansen wollte, dass nicht der Erzähler allwissend ist, sondern der Leser. Und den bringt Sedd fast zur Verzweiflung: Die Zeichen werden immer deutlicher, das Ende immer absehbarer, aber der Protagonist, gefangen in seinem täglichen Tun,  scheint es nicht zu bemerken.
 
Wie die Hummer im Aquarium wehren sich die Hauptfiguren gegen die Realität ihres Daseins, und merken nicht, wie sie unaufhaltsam einer Katastrophe entgegenschlittern. Ein sorgsam erzählter, spannender und nachdenklich stimmender Roman über Verdrängung, Geheimnisse und das Erwachsenwerden.


jetzt kaufenErik Fosnes Hansen
„Ein Hummerleben”

übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel
Kiepenheuer & Witsch, 384 Seiten
ISBN 9783462050073
24,00 € (D), 24,70 € (A)




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