Schmitt/Schnell

Kill dein Kaninchen! Wie du irrationale Ängste kaltstellst

Wir leben in unruhigen Zeiten. Die Menschen fühlen sich von ­Ängsten geplagt, von irrationalen und konkreten, von ­persönlichen und sozialen. Die Autoren Mona Schnell und Ralf Schmitt zeigen in ihrem humorvollen Buch Wege auf, um das lästige Panik-­Kaninchen in uns kaltzustellen.

Verlag: GABAL
Seiten: 192
Preis: 19,90 €
ISBN: 9783869368320
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Auf zur Kaninchenjagd !
Ein Konzert besuchen, im Fußballstadion sitzen, mit dem Flugzeug reisen: Seit den Angriffen auf die Zivilgesell­schaft bekommt man in diesen Situationen – selbst als nüchterner Zeitgenosse – ein ungutes Gefühl in der Magen­grube. Ist das berechtigt oder irrational? Statistiken zeigen, dass es rund 3800-mal wahrscheinlicher ist, an einer Grippe zu ­sterben, als in unseren Breitengraden Opfer eines Anschlags zu werden. Vor einer Erkältung aber fürchtet sich kaum jemand.

Im Alltag werden wir von vielen Ängsten verfolgt, kleineren und größeren. Angst vor Einsamkeit, vor sozialem Abstieg und Armut, vor dem Verlust von Einfluss und Kontrolle oder auch Angst vor Veränderungen im Allgemeinen. „Wie die Kaninchen sitzen wir bewegungsunfähig im Scheinwerferlicht und es fällt uns gar nicht ein, dass wir einfach kurz zur Seite hoppeln und gelassen dabei zusehen könnten, wie die Gefahr an uns vorüberrauscht“, heißt es im Buch von Ralf Schmitt und Mona Schnell. Die beiden sind keine Psychologen, sondern erfahrene Autoren und Coaches, deren Expertise sich aus der persönlichen Erfahrung ergibt. Sie identifizieren berechtigte Gründe für Angst und ent­larven Aus­löser, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben.

Grundsätzlich gilt: Ohne Angst vor Feuer, Wildtieren oder Natur­gewalten hätte sich die Gattung Mensch nicht entwickeln können. Angst ist ein Schutzmechanismus und somit über­lebensnotwendig. Wer im Wald einem Grizzlybär begegnet und keine Angst bekommt, ist selbst schuld an seinem tragischen Ende. Da der Mensch in der heutigen Zeit eher selten Kontakt zu Raubtieren hat, hat sich auch der Urinstinkt verändert. Doch es geht immer noch ums Überleben, zumindest unbewusst: Wenn ich meinen Job verliere, „kann ich meine Wohnung nicht ­bezahlen, ende ich nach einiger Zeit auf der Straße und lande schließlich mit einer Lungenentzündung im Bahnhofshospiz“ – ableben nicht ausgeschlossen. Das „Keine-Kohle-Kaninchen“, so die Autoren, setzt ein Kopfkino in Bewegung, das uns auch im Schlaf mit dramatischen Szenen quält.

„Kill dein Kaninchen!“ beleuchtet die oft irrationalen Hinter­gründe von Ängsten. Häufig liegt eine der Ursachen in den Glaubens­sätzen, mit denen wir aufwachsen. Oder wir sind schlicht zu bequem, die Komfortzone zu verlassen. Statt sich dem Fremden zu öffnen – sei es der Familie, die nebenan eingezogen ist, oder dem jungen Syrer, der jetzt ein Praktikum in der Firma absolviert –, bleiben wir lieber im sicheren Nest hocken und pflegen Vorurteile, statt sie zu überprüfen. Dass wir dabei Chancen verpassen – neue Freunde zu gewinnen, Einblicke in andere Kulturen zu erhalten –, schmerzt offenbar weniger als der vermeintliche Verlust der gewohnten Sicherheit.

Angst hat jedoch auch positive Seiten. Angst vor einer ­Situation schärft nämlich die Sinne und bringt uns in Arbeit, be­stätigen die Autoren Schmitt und Schnell. Die Angst vor einer Präsentation lässt sie uns akribisch vorbereiten, und dadurch wird sie besser! In gesunder Dosierung kann Angst dafür sorgen, dass nach kreativen Lösungen für ein Problem gesucht wird. Denn „habe ich Angst, durch eine dunkle Gasse zu gehen, sehe ich mich nach einem anderen Weg um“ – mit anderen Worten: Dann werde ich neugierig und öffne mich anderen Möglichkeiten. Angst kann also durchaus ein Türöffner sein!

In dem Ratgeber „Kill dein Kaninchen!“ werden auf humorvolle ­Weise typische Alltagsängste untersucht und erklärt, vom „Kein-­Kontakt-Kaninchen“ bis zum „Schiefgeh-Kaninchen“. Das Buch baut ­Blockaden ab, benennt Hilfen und Tricks, um die subver­siven Kräfte der Nager im Inneren zu erkennen und unschädlich zu ­machen. Die Autoren wollen keine Traumata heilen, ­dafür gibt es Fachleute. Aber sie zeigen, was man tun kann, damit die Kar­nickel, die uns das Leben schwer machen, eines nach dem anderen davonhoppeln – und das für immer!

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