Jennifer Egan

Manhattan Beach

Pulitzer-Preisträgerin Jennifer Egan erzählt die bewegende Geschichte einer jungen Frau, die mutig ihren Weg geht: Als erste Marinetaucherin im Zweiten Weltkrieg bricht sie ein Tabu und schwimmt den Männern davon.

Verlag: S. Fischer
Seiten: 496
Preis: 22,00 €
ISBN: 9783103973587
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Gegen den Strom
Anna Kerrigan ist jung, hübsch und möchte als Frau in einem Männerberuf Karriere machen. Ihr großer Traum: Als Taucherin in einer der New Yorker Marinewerften unter die riesigen Kriegsschiffe tauchen, die in den Docks liegen, und sie reparieren. Es ist jedoch ein gefährlicher Beruf und wegen der hohen Risiken für Frauen tabu. Aber es ist ein Tabu mit Einschränkungen, denn in Europa tobt der Zweite Weltkrieg und die US-Amerikaner haben mobil gemacht. Da die Männer in den Krieg ziehen müssen, bleiben immer mehr Arbeitsplätze unbesetzt, so auch bei den Marinetauchern im Brooklyn Navy Yard.

„Manhattan Beach“ heißt der neue große Roman von Jennifer Egan, in dem sie ihre Leser in das vibrierende New York der 1930er- und 40er-Jahre mitnimmt. Es ist eine fesselnde Zeitreise in eine Epoche der Metropole am Huds­on, die heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Als der Roman in den USA erschien, waren die Kritiker begeistert. „Meisterhaft und voller Zauber, ein Pageturner“, urteilte die „New York Times“ über das Buch, an dem Egan viele Jahre gearbeitet hat. Es sollte ein Roman über New York während des Zweiten Weltkrieges werden, so viel wusste die Schrift­stellerin, als sie sich 2004 für ein Stipendium an der New York Library bewarb: „Ich glaube, mein Interesse an dieser Zeit gründet auf den Ereignissen des 11. September, die New York von einem Tag zum anderen in eine Kriegszone verwandelt hatten – und mich zu der Frage führten, wie die Stadt sich wohl während des letzten Weltkrieges angefühlt haben mochte.“

Die Autorin verbrachte unzählige Stunden in den Archiven, um ein Gefühl für jene Zeit zu bekommen. Als sie bei einer Führung über das ehemalige Werftgelände auch noch Amateurtaucher im Hafen beobachtete, war die Idee geboren und ihre Protagonistin Anna nahm immer mehr Gestalt an.

Doch „Manhattan Beach“ erzählt nicht nur Annas Geschichte. Das Schicksal der jungen Frau ist eng verknüpft mit dem anderer Menschen aus ihrem Umfeld. Das sind in erster Linie ihr Vater ­Eddie, zu dem sie ein sehr enges Verhältnis hatte, bis er von einem Tag auf den anderen spurlos verschwindet, und ihre behinderte Schwester Lydia, um die sie sich bis zu deren Tod zusammen mit ihrer Mutter liebevoll kümmert. Und dann ist da auch noch Dexter Styles, dem sie als elfjähriges Mädchen ein einziges Mal begegnet war, als sie ihren Vater zu einem seiner geheimnisvollen Boten­gänge zwischen den Nachtclubs der Mafia und den Villen der ­Reichen begleitet hatte.

Der zwielichtige Styles ist in beiden Welten daheim. Er besitzt einen jener Nachtclubs und ist mit einer Frau verheiratet, deren Vater ein ebenso reicher wie angesehener Bankier ist. Als sich die Wege der erwachsenen Anna und des Nachtclub-Impresarios ­erneut kreuzen, ahnt er nicht, wer sie ist, während in Anna das Gefühl keimt, dass er etwas mit dem Verschwinden ihres Vaters zu tun hat.

Wenn die Autorin in die ohnehin schon komplexe Handlung auch noch die Mafia eingebaut hat, ist das mitnichten ein Zufall. „Ich bin bei meinen Recherchen ständig auf das organisierte Verbrechen gestoßen“, erklärte sie kürzlich in einem Interview. Und weiter sagte sie: „Es gab gar keine Möglichkeit, sich dem Hafen­gebiet zu nähern, ohne darauf zu stoßen.“

Jennifer Egan, die mit ihrer Familie im New Yorker Stadtteil ­Brooklyn lebt, schreibt so packend und eindringlich, dass vor dem geistigen Auge in vielen Phasen des Romans fast automatisch spannendes Lesekino abläuft. Daher verwundert es auch keineswegs, dass die englische Tageszeitung „The Guardian“ dem Roman filmreife Qualitäten zugesprochen hat. Egal, ob Anna Kerrigan sich in einer knallharten Männerwelt durchsetzt, ihr Vater seiner Hinrichtung durch die Mafia knapp entkommt und untertauchen muss oder Dexter Styles gefährliche Gefühle für Anna entwickelt, viele Szenen entwickeln ein faszinierendes Eigenleben.

Spätestens seit sie 2011 für ihren internationalen Bestseller­roman „Der größere Teil der Welt“ mit dem renommierten Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde, gilt Jennifer Egan als eine der prominentesten Stimmen der US-amerikanischen Gegenwartsliteratur. „Manhattan Beach“ ist ihr fünfter Roman. Neben Romanen und Kurzgeschichten schreibt die 56-Jährige für den „New Yorker“ und das „New York Times Magazine“, außerdem lehrt sie an der Columbia University in New York Creative Writing.

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