Karsten Brensing

Das Mysterium der Tiere – Was sie denken, was sie fühlen

Von Schimpansen, die mit selbst gebastelten Figuren spielen, bis zu Lippfischen, die mit Steinen ­werfen: „Das Mysterium der Tiere“ entführt in eine Welt, die man so noch nie gesehen ­hat – und die der menschlichen gar nicht so fremd ist. Der Autor im Interview.

Verlag: Aufbau
Seiten: 320
Preis: 22,00 €
ISBN: 9783351036829


Was Tiere denken
Worum geht es in Ihrem Buch?



Ich zeige an vielen Beispielen aus der Tierwelt, wie sich Denken und Fühlen entwickelt haben. Wissen Sie, dass eine Ratte über sich selbst nachdenken kann oder aus Mitgefühl auf Fressen verzichtet? Wenn man erkennt, wie Tiere denken und fühlen, versteht man auch, wie sich das menschliche Denken entwickelt hat. Und wie Verhalten letztlich die Welt erklärt, in der wir leben.



Was geht in einem Raben vor, der auf verschneiten Dächern Schlitten fährt?



Dasselbe, was wir empfinden, wenn wir einen Hang hinuntersausen: Spaß. Früher hatten Verhaltensbiologen keine anderen Möglichkeiten, als die Tiere von außen zu beobachten. Heute können wir dank bildgebender Verfahren, neuronaler Ableitungen aus dem Gehirn und Hormonanalysen besser bestimmen, was in einem Raben vorgeht, wenn er „surft“. Spaß zu haben, ist neben dem Sexualtrieb die vielleicht größte Kraft, die unser Verhalten und das der Tiere steuert.



Manche Tierarten pflegen exotische Sexualpraktiken – warum tun sie das?



Beim Akt gehen die Tiere unkalkulierbare Risiken ein, zum Beispiel eine Krankheit zu erwischen oder wegen Unachtsamkeit gefressen zu werden. Sex muss dem etwas entgegenstellen und das sind die wohligen Gefühle. Ein Kniff der Biologie, um Sex attraktiv zu machen und den Fortbestand der Art zu sichern.



Sie beschreiben eine „Kultur“ der Tiere. Wie muss man das verstehen ?



Wir verbinden mit dem Begriff Kultur etwas, das nur Menschen haben. Diese Exklusivität ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar. In einem erweiterten Kulturbegriff spricht man von sozialem Lernen, Tradition und kumulierter Kultur. Beispiel Esskultur: Wir sind entsetzt, wenn ein Chinese an einem Hundebein nagt, Muslime graut es vor Schweinebraten. Ganz ähnlich ist das bei Orcas im Pazifik: Die eine Population frisst nur Fisch, die andere nur Säugetiere. Die Tiere könnten jederzeit etwas anderes zu sich nehmen oder sich mit den anderen Orcas paaren. Es verstößt aber gegen ihren Verhaltenskodex, den sie seit 700 000 Jahren „kultivieren“, also von Generation zu Generation weitergeben.



Muss man Tiere unter einem anderen Blickwinkel sehen?



Absolut, unser Umgang mit Tieren basiert auf einem überholten Weltbild. Wissenschaft, Ethik und Philosophie haben das schon längst erkannt, aber die Industrie benutzt Tiere weiterhin, und auch der Mensch lässt nicht von seiner Haltung ab, Tieren Geist und Psyche abzusprechen. Unsere Kultur muss die wissenschaftlichen Erkenntnisse erst als Allgemeingut aufnehmen. Vielleicht kann auch mein Buch ein wenig dazu beitragen.


SPIEGEL-Bestseller

Beste Platzierung Rang 9 vom 21.10.2017 in Hardcover/ Sachbuch


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