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Follett, Ken
Winter der Welt
Ken Follett legt den zweiten Teil seiner ­ful­minanten Jahr­hundert-­Saga vor: Auf „Sturz der Titanen“ folgt „Winter der Welt“. Liebe und Hass, Anpassung und Widerstand bilden ein schicksalhaftes Geflecht vor dem großen Panorama des Zweiten Weltkriegs.
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN-Nr: 9783785724651
29,99 €
Seiten: 1022

Aktuell auf Platz 22 / Hardcover Belletristik
Der Herr der Zeiten

Es ist zwei Jahre her, dass Ken Follett eines der ambitioniertesten Projekte seiner langen Karriere in Angriff genommen hat: eine Generationensaga in drei Bänden über das 20. Jahrhundert mit seinen Höhen und Tiefen. Ein ganzer Kontinent steht vor dem Umbruch, und der Leser ist hautnah dabei. Packende Geschichtsstunden zwischen Buchdeckeln, erzählt von einem Meister im Umgang mit Worten.

„Sturz der Titanen“ war der erste Band der Trilogie und prompt ein weltweiter Erfolg. In Deutschland wurden von dem Roman mehr als 600 000 Exemplare verkauft, 45 Wochen stand er auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, ein Rekord für diese schnelllebige Zeit. Die Messlatte hängt also hoch, doch die Fortsetzung „Winter der Welt“ tritt mühelos in die Fußstapfen des Vorgängers.

Auf 1022 Seiten gibt es in „Winter der Welt“ ein Wieder­sehen mit den drei Familien aus „Sturz der Titanen“, deren Schicksale so eng miteinander verknüpft sind. Die Prota­go­nisten sind älter geworden und Ken Follett führt geschickt die nächste Generation in die Handlung ein, die den Leser durch eines der düstersten Kapitel Deutschlands, Europas und der Welt führen wird.

Zur nächsten Generation gehört Carla von Ulrich, Tochter des deutschen Sozialdemokraten Walter von Ulrich und der Engländerin Maud, geborene Lady Fitzherbert. Der englische Student Lloyd Williams ist dabei, Sprössling einer Beziehung seiner Mutter Ethel mit Mauds Bruder, Earl Fitzherbert, die im standesbewussten England jedoch zum Scheitern verurteilt war. Eine weitere Figur ist die US-­Amerikanerin Daisy Peshkov, die ehrgeizig an ihrem gesell­­schaftlichen Status arbeitet, während ihr Cousin Wolodja Peschkow beim russischen Geheimdienst Karriere macht.

Das zweite Buch der Jahrhundert-Saga knüpft nahtlos dort an, wo „Sturz der Titanen“ aufhört. Der Erste Weltkrieg ist beendet, Europa hat sich neu eingerichtet. Doch der Frieden ist trügerisch, denn weltweit schwelen bereits neue Konflikte. In Deutschland verspricht Adolf Hitler dem Volk großspurig eine prächtige Zukunft. In den USA kämpft Präsident Franklin D. Roosevelt einen einsamen Kampf gegen die Weltwirtschaftskrise. Und in Russland zerbricht die Hoffnung der Revolution unter dem Terror von Stalin und seinen Bolschewisten.

Es ist das Jahr 1933. Adolf Hitler ist in Deutschland als Reichskanzler an die Macht gekommen. Seine National­sozialistische Deutsche Arbeiterpartei hat zwar (noch) keine Mehrheit im Reichstag, ist aber spürbar im Aufwind und hetzt immer lauter und skrupelloser gegen die Juden, die Kommunisten, gegen alle, die sich nicht ihrer engstirnigen Welt unterordnen wollen. Deshalb hängt auch in Berlin bei der Familie von Ulrich der Haussegen schief: Walter von Ulrich ist besorgt, weil sich seine Frau Maud in einer Zeitungskolumne abfällig über Hitlers NSDAP geäußert hat. Sohn Erik macht keinen Hehl aus seiner Begeisterung für die Nazis und Tochter Carla hört zwar zu, wie die Erwachsenen diskutieren, versteht aber nicht so richtig, um was es geht. Die Elfjährige spürt nur die tiefe Sorge um die Zukunft, die ihre Eltern umtreibt, weil sie „offensichtlich glauben, dass irgendeine schreckliche Gefahr droht“.

Die nächste Generation der Jahrhundert-Saga kann dem Terror des Nazi-Regimes und den Grauen des Zweiten Weltkriegs nicht entkommen; in Deutschland schon gar nicht, aber auch im fernen Amerika nicht. Heldentum und Tragödie, Anpassung und Widerstand, Liebe und Hass liegen in Folletts Roman so dicht beieinander, dass die Grenzen vielfach fließend sind. Einen der tragischsten Momente erlebt Carla, als der Krieg eigentlich schon vorbei ist. Als sie sich schützend vor ein 13 Jahre altes jüdisches Mädchen stellt, wird sie an deren Stelle von mehreren russischen Soldaten vergewaltigt. Neun Monate später bringt sie einen Sohn zur Welt, den sie in Erinnerung an ihren von den Nazis zu Tode geprügelten Vater Walter nennt. Die nächste Generation der Familie von Ulrich ist geboren.

Das gewaltige Panorama einer großen turbulenten Epoche in drei Bücher zu gießen, ist ein ehrgeiziges Projekt, das nur ein Meister im Umgang mit der Feder umzusetzen vermag. Ken Follett ist der Richtige dafür: Der gebürtige Waliser hat Bestseller wie „Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“ geschrieben und gehört mit weit über 100 Mio. verkauften Büchern – mehr als 33 Mio. davon in Deutschland – zu den weltweit erfolgreichsten Autoren.

Niemand versteht es wie Ken Follett, Buchseiten zum Leben zu erwecken. Egal, ob Thriller, historischer Roman oder in diesem Fall Zeitgeschichte, der 63-Jährige schreibt so überzeugend, als wäre er selbst dabei gewesen. Als habe er aus eigener Anschauung erlebt, wie sich der Nazi-Terror Schritt für Schritt über Deutschland entfaltet, sich im Ausland der Widerstand gegen Hitler und seine Schergen formiert und schließlich der Krieg Europa in Schutt und Asche legt.

Wie entsteht ein so großes Werk wie „Winter der Welt“? Ken Follett, der Meister des historischen Romans, spricht im Interview über den zweiten Teil der Jahrhundert-Saga:

„Winter der Welt“ spielt in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Hat Ihnen die Zeit des Friedens genauso viele Ansatzpunkte geboten wie die Zeit des Ersten Weltkriegs?

Ja. Der Countdown zum Zweiten Weltkrieg ist sogar noch faszinierender, weil wir sehen können, wie sich der Faschismus Schritt für Schritt auf der ganzen Welt etabliert, trotz der großen Anstrengungen aller, die sich dagegen aufgelehnt haben.

Kennen Sie die Handlung und den Ausgang Ihrer Romane bereits zu Anfang oder entwickelt sich alles erst nach und nach während der Recherche und des Schreibens?

Ich verbringe immer sechs bis zwölf Monate mit der Planung und mit der Recherche, bevor ich das erste Kapitel schreibe. Viele Ideen für dramatische Szenen entstehen in dieser Phase.

Wie viel Zeit haben Sie bei „Winter der Welt“ jeweils für Inspiration, Recherche und Schreiben benötigt?

Acht Monate für die Vorbereitung, acht Monate für den ersten Ent­wurf, acht Monate für die finale Fassung.

Sind Bücher mehr als Ihr Beruf?

Ja. Einen Roman zu schreiben fordert alles, was ich habe: All meine Energie, all meinen Intellekt, all meine Entschlossenheit, all mein Wissen.

Was ist das Beste an Ihrem Job?

Wenn ich eine Nachricht von einem Leser bekomme, der das Buch nicht aus der Hand legen konnte.

Was lesen Sie in Ihrer Freizeit?

Ich mag Romane aus dem 19. Jahrhundert, weil sie starke Charaktere haben, deren Entscheidungen den Lauf ihres Schicksals ändern.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich arbeite jeden Tag bis fünf Uhr Nachmittags, dann trinke ich ein Glas Champagner.

Haben Sie ein Vorbild oder gibt es jemanden, mit dem Sie tauschen würden (wenn Sie nicht Ken Follett sein könnten)?

Paul McCartney.

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