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Grisham, John
Verteidigung
In seinem neuen Gerichtsthriller „Verteidigung“ geht es um ein umstrittenes Herzmedikament und bleiverseuchtes Spielzeug. Authentisch schildert John Grisham den täglichen Konkurrenzkampf der Chicagoer Anwälte.
Verlag: Heyne
ISBN-Nr: 9783453267916
22,99 €
Seiten: 464 |
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Der große Coup
Ein ganz normaler Morgen im Bankenviertel von Chicago. Ein Mann ist auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz, einem kleinen Büro in der 92. Etage eines Hochhauses. David Zinc ist Anwalt bei Rogan Rothberg, einer der angesehensten Kanzleien der Stadt. Fünf Jahre arbeitet er dort schon, sechs Tage in der Woche, von morgens 7.00 bis abends 22.00 Uhr. Spaß macht ihm sein Beruf schon lange nicht mehr, im Gegenteil. Und dann geschieht das Unfassbare: Als sich die Fahrstuhltür öffnet, steigt David wie immer aus und springt dann mit einem Hechtsprung zurück in den Aufzug. Ohne genau zu wissen, was er da eigentlich tut, fährt er wieder nach unten, verlässt das Gebäude und landet in einer kleinen Kneipe, wo er sich langsam und sehr zielstrebig betrinkt. Während seine Frau, sein cholerischer Chef und seine besorgten Kollegen nach ihm suchen, verabschiedet sich David Zinc für immer aus seinem Leben „als gut gekleideter Zombie“. So beginnt John Grishams neuer Roman „Verteidigung“. Es ist die Geschichte eines Mannes, der unmerklich von seinem Job übernommen worden ist, der keine Zeit mehr für seine Frau hat, weil er abends todmüde ins Bett fällt, ein Mann, an dem das Leben vorübergeht. Mit diesen Problemen ist er bei Grisham, dem Meister des packenden Justizromans, in allerbesten Händen. 23 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und drei Jugendbücher hat der US-Amerikaner veröffentlicht. Erfahrung im Überfluss also, um einem überforderten Anwalt einen neuen Lebensinhalt zu geben und dem Leser vergnügliche Stunden zu bereiten. Eher zufällig landet David vor der Tür von Finley & Figg, einem windigen Zweimannbetrieb, der sich mit Verkehrsunfällen und ähnlichen Kleinstdelikten mehr recht als schlecht über Wasser hält. Ein dritter Anwalt ist das Letzte, was Wally Figg und Oscar Finley brauchen, doch der Betrunkene, der plötzlich in der Tür steht, ist hartnäckig. „Hier gefällt es mir“, sagt er. „Hier gefällt es mir sehr, sehr gut.“ Und so steigt David Zinc bei Finley & Figg ein. Der junge Mann begreift schnell, dass seine neuen Arbeitgeber das, was ihnen an Prestige fehlt, mit viel Einfallsreichtum wettmachen. Die beiden sind mit allen Wassern gewaschen; es gibt kaum einen Paragrafen im Strafgesetzbuch, den sie nicht auszuschlachten wissen, kaum einen windigen Schachzug, vor dem sie zurückschrecken. Und dann spürt Wally Figg einen Fall auf, der für die kleine Kanzlei der Aufstieg in die große Welt bedeuten könnte. „Krayoxx“ heißt das bekannte Herzmedikament von Varrick Labs, das tödliche Nebenwirkungen haben soll, was der Hersteller aber vehement bestreitet. Als Figg & Finley das drittgrößte Pharmaunternehmen der Welt auf 100 Mio. US-Dollar verklagt, ist auch David zunächst Feuer und Flamme. Doch schon bald kommen ihm Zweifel, ob sich die Agentur mit diesem Projekt nicht verhebt. Denn um sich mit einem Konzern wie Varrick auseinanderzusetzen, braucht man nicht nur Geld, sondern vor allem viel Prozesserfahrung – und beides hatten die drei Männer von Figg & Finley nicht. Parallel ist der werdende Vater mit einem anderen Fall beschäftigt, der ihn nicht mehr loslässt. Eigentlich ist es sein Vater, der den Stein ins Rollen bringt. Anderson Zinc hatte als Vorsitzender Richter am Obersten Gerichtshof von Minnesota kürzlich über einen Fall zu entscheiden, bei dem es um einen hirngeschädigten Jungen ging, der durch sein Spielzeug mit Blei vergiftet worden war. Als ihm dann auch noch seine Frau Helen von einem kleinen Jungen erzählt, der mit einer schweren Bleivergiftung im Krankenhaus liegt, ist Davids Interesse endgültig geweckt ... Wenn Grisham in seinen Büchern Anwaltspraxen und Gerichtssäle zum Leben erweckt, sind diese bis ins kleinste Detail authentisch. Das ist kein Zufall: Der Autor weiß genau, worüber er schreibt, schließlich hat er nach seinem Jurastudium zehn Jahre lang von 1981 bis 1991 als Strafverteidiger mit Schwerpunkt Körperverletzung in der Kleinstadt Southaven im US-Bundesstaat Mississippi gearbeitet. Von mangelnder Prozesserfahrung, wie sie seinen Helden David Zinc in „Verteidigung“ umtreibt, kann bei Grisham also nicht die Rede sein. Was er mit seinem Protagonisten allerdings gemein hat, war nach einigen Jahren die Verdrossenheit mit seinem Beruf. Der Wechsel vom Anwalt zum Schriftsteller kam eher zufällig. Nachdem er im Gerichtssaal die Zeugenaussage eines zwölfjährigen Mädchens angehört hatte, das vergewaltigt worden war, spielte Grisham im Kopf durch, was wohl sein würde, wenn der Vater des jungen Mädchens ihre Angreifer nach und nach tötet. Die Idee für seinen ersten Roman war geboren. Jeden Morgen stand er danach um 5.00 Uhr auf, um mehrere Stunden zu schreiben, bevor er in die Kanzlei ging. Nach drei Jahren war „Die Jury“ fertig, doch zunächst wollte kein Verlag das Manuskript annehmen. Nach mehr als zwei Dutzend Absagen griff schließlich mit Wynwood Press ein kleines Verlagshaus zu und veröffentlichte Grishams schriftstellerisches Debüt im Juni 1989 mit einer Erstauflage von 5000 Exemplaren. Kaum war „Die Jury“ unter Dach und Fach, hatte der ehrgeizige Nachwuchsautor Blut geleckt. Erneut setzte er sich frühmorgens an den Schreibtisch und brachte „Die Firma“ zu Papier. Die Geschichte eines jungen Anwalts, der von einer Kanzlei angestellt wird, die gar nicht so perfekt ist, wie es zunächst den Anschein hat, wurde der große Durchbruch: Nachdem Paramount Pictures 1990 die Filmrechte für seinerzeit sensationelle 600 000 US-Dollar gekauft hatte, standen plötzlich alle die Verlage, die ihn zuvor nicht haben wollten, wegen der Rechte Schlange. Der Autor entschied sich für Doubleday und hat dem angesehenen Buchverlag bis heute die Treue gehalten. „Die Firma“ war 1991 der meistverkaufte Roman des Jahres und hielt sich 47 Wochen auf der Bestsellerliste der „New York Times“. Kein Wunder, dass Grisham daraufhin keine Lust mehr hatte, vor Gericht zu plädieren und sich fortan nur noch den Büchern widmete. Heute muss man John Grisham niemandem mehr vorstellen. In den USA ist er einer der meistverkauften Schriftsteller aller Zeiten. Sämtliche Romane, die er seit 1991 zu Papier gebracht hat, führten die Bestsellerlisten an. Das schließt auch „Verteidigung“ ein. Die immer mit feinem Humor und einer Prise Ironie gewürzten Justizromane haben auch ein breites internationales Publikum: Grisham erscheint in 40 Sprachen, die Gesamtauflage seiner Bücher liegt weltweit bei rund 275 Mio. Bänden. Mehr als 27 Mio. gingen davon in Deutschland über den Ladentisch. Auch auf der Leinwand feiert der Sohn eines Bauarbeiters Erfolge: Neun seiner Bücher wurden verfilmt. Einmal ist John Grisham im Übrigen beruflich in den Gerichtssaal zurückgekehrt. 1996 nahm er für einige Monate eine Auszeit vom Schreiben, um ein Versprechen einzulösen und die Familie eines Bremsers zu vertreten, der durch einen technischen Fehler zwischen zwei Eisenbahnwaggons geraten und dabei ums Leben gekommen war. Der Anwalt Grisham erstritt für seine Mandanten Schadensersatz in Höhe von 683 500 US-Dollar, der höchste Urteilsspruch seiner Karriere. So haben andere Leser dieses Buch bewertet
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