Lesen leicht gemacht

Freitag, 21. April 2017 (14:13 Uhr)

Zum Welttag des Buches

Eine guter Anlass, sich nach einem spannenden Schmöker umzuschauen: der 23. April ist der Welttag des Buches (Foto: Logo Welttag des Buches) und des Lesens. Für passionierte Leseratten nur eine Gelegenheit unter vielen, denn rund 60% der Frauen und 40% der Männer stecken zumindest einmal wöchentlich die Nase zwischen gedruckte Buchseiten. Irritierend, dass dagegen das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Dekade für Alphabetisierung eingeläutet hat: Neben zahlreichen Kampagnen auf hohem und höchstem Bildungsniveau ist dem BMBF sogar eine eigene Internetseite für Grundbildung wert.

Die Notwendigkeit für eine besondere Förderung der Grundbildung liegt nicht etwa in Einwanderung oder Inklusion, sondern an dem Bildungsniveau am unteren Ende der Skala. Denn zahlreiche Deutsche lesen nach der Regelschule nicht nur selten, sondern gar nicht. Die 2011 von der Universität Hamburg durchgeführte „Level One Studie” belegt: In Deutschland gibt es etwa 7,5 Millionen Erwachsene, die man als "funktionale Analphabeten bezeichnen muss. Sie können demzufolge nur mit Mühe einen längeren zusammenhängenden Text verstehen. Weitere 13  Millionen Menschen beherrschen die Rechtschreibung auf Grundschulniveau nur lückenhaft. „Typische Betroffene vermeiden das Lesen und Schreiben häufig,” erläutern die Wissenschaftler der „Level One Studie”. Das Dilemma: Selbst wenn sie es wollten, könnten Betroffene aus eigener Kraft Bücher auf normalem Sprachniveau nicht bewältigen; die Anforderungen an den Leser sind zu hoch für sie. Lesefrust und weitere Vermeidungsstrategien sind die Folge.

Der Spaß am Lesen Verlag versucht mit seinem Verlagsprogramm, diese Lücke zu schließen und den Nicht-Lesern ein attraktives Programm mit literarisch anspruchsvollen Büchern in Einfacher Sprache zu bieten: Bestseller, Klassiker, Krimis, Autobiografien und Bücher nach Filmvorlagen. Menschen, für die Lesen nicht selbstverständlich ist, erlangen durch Bücher in Einfacher Sprache Zutritt zu einer Welt, die sonst für sie verschlossen bliebe.
Die äußerlich von Alltagssprache kaum zu unterscheidende Einfache Sprache ist schnörkellos, präzise, knapp und in ihrer Prägnanz bisweilen schonungslos. Dadurch erhalten die Erzählungen ihren ganz eigenen Reiz.

Ralf Beekveldt, Geschäftsführer des Verlages, erklärt: „Millionen Mitbürgern fällt das Lesen schwer. Normale Zeitungen und Bücher sind für sie zu kompliziert. Sie können sie entweder nicht verstehen oder sie fangen erst gar nicht an zu lesen. Wir sorgen dafür, dass diesen Menschen Lesen Spaß macht. Wir schreiben Zeitungen und Bücher in Einfacher Sprache.” Der Verlag gibt monatlich ein bis zwei Bücher heraus. Zu den neuesten Publikationen gehören „Das Rosie-Projekt” in einfacher Sprache, nach dem internationalen Bestseller von Graeme Simsion und dem späteren Filmerfolg, sowie die Eigenentwicklung „In der Apotheke - Medikamente”, die als Auftakt der Reihe „Milchstraße” lebenspraktische Hilfe mit einer Einführung in situationsgebundene Sprache vereint. Zielgruppen der „Milchstraße” sind neben Migranten und funktionalen Analphabeten auch deutsche Mitbürger, die sich nach schwerer Krankheit das Lesen neu erarbeiten müssen.

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